Was ist eigentlich "Acro Yoga"?

Als ich einmal bei einer Yogalehrer Weiterbildung erzählt habe, dass ich hin und wieder Acro Yoga macht, meinte jemand: „AGGRO Yoga – kommt das von Aggressiv? ist ja krass….“ Ich war perplex und dachte mir auf gut Wienerisch „die Sprache ist ein Hund“ – so schnell können also Missverständnisse entstehen. Musste dann aber sehr lachen, als ich mir Aggro Yoga vorstellte. Um Klarheit zu schaffen – hier ein paar Eckpunkte:

 

Was ist Acro Yoga?

Acro Yoga ist eine Sonderform des Yoga, da es Akrobatik, Yoga und Heiltechniken ( Nuad / Thaimassage) verbindet. Es wird zu zweit praktiziert, und hat im Kern sehr viel mit Vertrauen, Bewegung, Verbindung und Spiel zu tun. Es gibt eine Base, d.h. ein Yogi befindet sich in Rückenlage am Boden und bildet mit hochgestreckten Beinen die Basis, und den Flyer, ein Yogi, der auf den ausgestreckten Beinen der Base die Yogaübungen macht. Klingt kompliziert? ist es manchmal auch… Siehe obiges Bild zur Illustration einer einfachen Übung.

Zusätzlich gibt es auch einen Spotter – der steht daneben und passt auf, dass der Flyer nicht runterfällt… (der machte in diesem Fall das Foto…)

Aus Erfahrung kann ich sagen, die Position des Flyers ist die angenehmere und einfachere – wenn man ausreichend Vertrauen in die Beinkraft der Base hat…

Die Healing Arts kommen in verschiedenen Figuren zum Ausdruck, bei der sich der Flyer ganz der Schwerkraft überlässt und die Base einige Nuad Praktiken anwendet:


Jeder Lehrer ist anders, jedoch begannen die meisten Stunden die ich besucht habe, mit Warmup Flow, Vertrauens- und Gemeinschaftsbildenden Übungen, oft auch Mantren, um dann in die Partnerübungen überzugehen bzw. bei verschiedenen Schwerpunkten Handstand, Balanceübungen… zu perfektionieren.

Wer hat´s erfunden?

Acro Yoga wurde von Jason Nemer (Akrobatik Background) und Jenny Sauer-Klein (Yoga Background), zwei Amerikanern begründet. Es ist eine sehr junge Yogarichtung, die es seit 2003 gibt und seit 2006 in Form von Teacher Trainings weitergegeben wird.

Für wen ist es geeignet?

Acro Yoga eignet sich für alle, die sich gerne spielerisch bewegen und auch einmal ein wenig die körperlichen Grenzen ausloten. Körperkontakt, Vertrauen und Gemeinschaft sollte man offen gegenüber sein – dann kann man in dieser Praxis viel für sich gewinnen.

Meine persönliche Erfahrung:

Ich habe Acro Yoga das erste Mal bei der Yogakonferenz in Barcelona 2012 kennengelernt. Gemeinsam mit einer Freundin, die selbst Yoga praktizierte, aber eher aus einer sportlichen Überzeugung heraus, denn als Lebensstil, bin ich ahnungslos mit ihr in die Acro Yogastunde von Pau Castellsague gegangen.

Zuerst sollten wir uns in einen Kreis setzen, Knie an Knie und die Hand auf den Oberschenkel des Nachbarn legen. Nach ein paar Atemzügen drehten wir uns nach rechts und massierten den Nacken der Person die dort saß. Nie werde ich den Blick meiner Freundin vergessen, der eindeutig sagte „Wo hast du mich da hingeschleppt….????“

 

Zugegeben, fremde Personen zu massieren war auch ein wenig am Rande meiner Komfortzone… Nach einigen weiteren vertrauensbildenden Aufgaben begannen wir dann mit den eigentlichen Übungen, und ich war begeistert! (und meine Freundin letztendlich auch).

 

Acro Yoga verbindet – und man empfindet sehr schnell die Gemeinschaft und den Spaß, den die Praxis macht. Es geht dabei nicht um Perfektion oder akrobatische Hochleistung – sondern viel mehr darum, sich einfach auf eine andere Person einlassen – ohne Hintergedanken, ohne Angst und ohne Agenda .Als wir am nächsten Tag noch die Stunde beim Gründer von Acro Yoga, Jason Nemer, besuchten, war meine Begeisterung vollständig,

 

Ich habe seitdem immer wieder Acro Yoga Stunden und Workshops besucht, und wird es für mich immer eine Yogavariation bleiben, die meine regelmäßige Praxis spielerisch ergänzt aber nicht ersetzt.

 

Habt ihr Erfahrungen mit Acro Yoga? Erzählt