· 

Laut gedacht: "Warum ich mit Body Positivity nichts anfangen kann"

Body Positivity als Geldmaschine

Derzeit gibt es viele Artikel und Meinungen zum Thema Body Positivity und Werbungen, die verschiedene Firmen für Frauen zu diesem Thema schalten. Man liest, dass es toll ist endlich „echte Frauen“ zu zeigen mit Übergewicht, Narben und Makeln. Und man liest, dass es unverschämt ist mit diesen Bildern Geld zu machen, weil sie ein ungesundes Körperbild propagieren.

Welche Meinung du auch immer zu diesem Thema hast, eines haben die Firmen erreicht – es wird über sie gesprochen.

 

 

Gilt Body Positivity nur für Frauen?

Mich fasziniert daran besonders der Trubel rund um Gilette, die Stereotype mit ihrer neuen Kampagne „My skin. My way“ bekämpfen. Ok, wir wissen schon, dass die Durchschnittsfrau nicht wie die Models auf den Plakaten aussieht aber ganz ehrlich, mir ist auch noch nie der Gilette Mann an der Supermarkt Kassa begegnet. Auf Tinder höchstens mit Hilfe eines gefakten Fotos. 

 

Ist die Body Positivity Bewegung nur Frauen vorbehalten? Warum zeigen wir in der Werbung nicht auch ECHTE Männer? Mit Bierbauch,

Halbglatze und Narben. Gäbe es dann auch einen Aufschrei? Würden dann Männer kommentieren wie hässlich und ungesund das aussieht? Ich glaube kaum. Ein Freund meinte Mal, dass es für sein Ego ausreicht, wenn ich Fitness Center zumindest ein paar Männer

einen schlechteren Körper haben als er. Mit der Six-Pack-Runde vergleicht er sich erst gar nicht (Originalaussage). Das finde ich eine sehr gesunde Einstellung, die auch uns Frauen gut tun würde.

Yoga auf Instagram

Auf Instagram folge ich verschiedenen Yogaprofilen und Yoga-Hashtags. Was mich dabei am meisten fasziniert, sind Kommentare zu Yogis die es wagen nicht dem klassischen Bild zu entsprechen.

 

Was das klassische Bild eines Yogis ist? Sag du es mir!

 

Schließe deine Augen und stelle dir einen Yogi vor. Wie sieht der oder die aus?

Sehr schlank. Sehr biegsam. Glücklich lächelnd. Helle Kleidung. Meist sehr wenig davon. Jung. Gesund. Schöne, stylishe Umgebung.

 

Habe ich recht?

 

Letztens habe ich ein Video von einer jungen Amerikanerin gesehen, die vermutlich über 100 kg wog. Ihr Anliegen: zu zeigen, dass man auch mit Übergewicht problemlos einen Sonnengruß machen kann. Ein sehr löbliches Anliegen und die Ausführung war sehr passend. Aber die Kommentare zeigten eine andere Seite „Das ist nicht gesund für deine Gelenke“. „Nimm doch ab, dann geht es leichter“. Alles mit dem wunderbaren Mäntelchen des „Ich mache mir doch nur Sorgen um deine Gesundheit“ „Du bist ein schlechtes Vorbild für unsere

Jugend“ – ja genau. Interessanterweise habe ich ein solches Kommentar noch nie unter einem Bild einer definitiv untergewichtigen Yogini gesehen, die sich in Verrenkungen gebracht hat, die ich persönlich gar nicht für möglich gehalten habe und ganz sicher nicht gesund für die Gelenke sind. Hier gibt es immer viele Herzen und wows.

Body Shaming mit gutem Gewissen

Warum ist das so? Meinen es die Kommentargeber wirklich gut nd wollen nur helfen? Quasals Body Shaming mit guten Gewissen und guter Intention?

Oder kommt vielmehr der innere Teenager zu Wort, der schon in der Schule die Dicken gemobbt hat, die sich ja ohnehin nie wehrten? Zu

Zeiten als die dünnen Mädels die Schule regierten und man sich nicht gegen sie auflehnen wollte?

 

Ist es tatsächlich die Gesellschaft die uns sagt: dünn gut, dick schlecht? Sind nicht wir selbst die Gesellschaft?

 

Yoga & Body Positivity

Zu Anfangszeiten meiner Yogalehrer Karriere wurde ich einmal von einem Yoga-Bekleidungs-Produzenten gefragt ob ich einmal die XL Kollektion probieren wolle, da ich ja für einen Yogi sehr kräftig sei… ERNSTHAFT? Gut, ich wiege 60 kg bei 1,60 m Körpergröße – aber XL?

 

Damals war ich noch neu in meiner Rolle als Yogalehrer. Ich war mir noch nicht sicher wie ich zu sein hatte und wie ich aussehen sollte und es hat mich verunsichert. Heute, 8 Jahre später, würde ich einfach nur lachen und ihm viel Glück für seine Geschäfte wünschen.

Denn durch Yoga habe ich gelernt, dass es DEN Yogalehrer nicht gibt. Aber michwundert es nicht, wenn sich Frauen nicht in die Stunde trauen, weil sie Angst haben nicht gut genug zu sein. Denn nur darum geht es. Wir wollen gut genug sein. Dabei ist das genau der Grund Yoga zu praktizieren: um zu erkennen, dass wir IMMER gut genug sind. Schön genug, schlank genug, beweglich genug,… Einfach

GENUG. Egal was wir tragen, welche Kleidergröße wir haben, wie beweglich wir sind. Denn Yoga ist einfach nur Meditation in Bewegung – wie auch immer diese aussieht ist egal.

 

Der Yogameister Pattabhi Jois sagte einmal: „Yoga ist eine innere Praxis – der Rest ist Zirkus.“

 

Und genau das ist es, wie wir Yoga in Social Media betrachten sollten: als nette Unterhaltung, wie im Zirkus. Denn die innere Praxis, die persönliche Weiterentwicklung, die kann dir niemand schön auf einem Bild präsentieren. Nimm alle Videos, Bilder, Posts als Anregung für dich selbst. Lass dich von Übungen inspirieren und vielleicht von manchen sogar herausfordern, aber vergiss nie worum es wirklich geht: ICH BIN GENUG. Dann brauchen wir das ganze Body Positivity Gerede gar nicht mehr und die Firmen werden einen anderen Weg finden Geld zu machen.

 

Wie ist deine Meinung zu diesem Thema? Es würde mich wirklich sehr interessieren! Hinterlasse mir doch einen Kommentar oder schreibe mir eine email an: a.ployer@yogicmind.at

 

Alles Liebe & Namasté

Angelika

(Karma Queen in spe)

Du möchtest keinen Artikel verpassen?

Dann trage dich hier ein:

Newsletter


Kommentar schreiben

Kommentare: 0