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Gibt es Liebe ohne Hass? Was deine Gedanken damit zu tun haben...

 

In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit deinem inneren Dialog, der Kraft der Worte und den großen Fragen:


- Gibt es Gut ohne Böse?
- Darf man als guter Mensch etwas hassen?
- Welche positive Entwicklung kann sich daraus ergeben?


Ein Beitrag zur Selbsterkenntnis zum Lesen und Hören.

Zu diesem Beitrag haben mich die Reaktionen in meiner Facebook Gruppe "Von Drama zu Karma" zur letzten Wochenaufgabe inspiriert.

 In dieser Gruppe gebe ich jeden Montag einen Gedankenimpuls oder eine Aufgabe über die sich die Teilnehmer in der nächsten Woche Gedanken machen bzw. auf die sie die Achtsamkeit lenken.

 

Die Frage war: „Was liebst du?“ „Was hasst du?“ „Was dominiert in deinen Gedanken?“

 

Bei dieser Aufgabe geht es darum, den eigenen inneren Dialog zu beobachten. In unseren Köpfen ist ja meist ziemlich viel los, viele Gedanken kommen und gehen, ohne dass wir groß darauf achten wo sie herkommen, warum wir sie gerade denken und auch welche Auswirkungen sie auf uns, unsere Stimmung und unsere Handlung haben. Wenn wir diese Gedanken bewusst und ohne Wertung beobachten, kann das sehr spannende Erkenntnisse bringen.

Ich liebe...

Ich denke mir zum Beispiel oft: "ich liebe mein Bett" – das ist nämlich richtig gemütlich (vor allem wenn ich ausschlafen kann). Oder: "ich liebe dieses Lied".  Und tatsächlich denke ich mir oft: "Ich liebe mein Leben". Das war definitiv nicht immer so. Vor knapp 8 Jahren habe ich mir sehr oft gedacht „ich hasse mein Leben – wo bin ich bloß falsch abgebogen?“ und erst als mir bewusst geworden ist, wie oft ich diese Gedanken denke, habe ich begonnen etwas zu ändern.

 

Wir sind alle erwachsen. Wir müssen nichts tun, dass wir hassen. Wir müssen kein Leben führen, dass wir hassen. Aber wir müssen uns dieser Gefühle erst einmal bewusst werden und wissen wie ein Leben aussehen soll das wir lieben können. Und das beginnt in dem wir  kleine Dinge lieben. Wenn wir unser Bett, ein Buch, einen schönen Sommertag lieben können fällt es uns vielleicht auch leichter Menschen zu lieben. Fortgeschrittene können es diesen Menschen auch sagen... Das ist richtig schwer, oder?

Vor kurzem hatte meine 5jährige Nichte eine Phase, in der sie oft „ich liebe dich“ zu mir, ihren Eltern und ihrer Oma gesagt hat. Einfach

so, ohne etwas zu erwarten oder zu wollen. Als sie es das erste Mal zu mir sagte, habe ich erst geschluckt, denn ich wusste nicht wie ich damit umgehen sollte. Ich glaube in meiner Familie hat noch nie jemand „ich liebe dich“ zu mir gesagt. Nicht weil sie mich nicht lieben, sondern weil man so etwas bei uns nicht sagt. Und umgekehrt, habe ich auch noch nie „ich liebe dich“ zu einem Familienmitglied gesagt. Vielleicht einmal ein leises: „ich hab dich lieb“ zu meiner Schwester. Warum fällt mir das so schwer? Wie geht es dir damit? Wie verhält sich deine Familie zu diesem Thema?

 

Interessanterweise habe ich kein Problem damit, mir selbst im Spiegel ein ehrlich gemeintes „ich liebe dich“ zu sagen. Auch das war nicht immer so…. Als Teenager habe ich mir oft innerlich ein „ich hasse dich“ zugeschrien. Es hat viele Jahre gebraucht mich selbst anzunehmen mit allen Schwächen, vermeintlichen Fehlern, Stärken und liebenswerten Eigenschaften. 

ich hasse...

Viele Menschen sagen sie verwenden die Worte „ich hasse…“ nicht, denn es wäre ein zu starkes Wort, es gibt ihnen ein unangenehmes Gefühl im Bauch.  Das kann ich verstehen, gilt für mich selbst aber nicht. Obwohl ich Yogalehrer und generell ein netter, wertschätzender Mensch und absoluter Positiv Denker bin, hasse ich manche Dinge und habe dabei kein komisches Gefühl. ABER, und das ich wichtig: es sind immer nur Dinge, Situationen und Verhaltensweisen – aber niemals Menschen oder Lebewesen. Hass gegenüber Mitmenschen kann ich nicht nachvollziehen.

 

Ein Sprichwort aus Griechenland besagt

„Die unmäßig lieben, hassen auch unmäßig“.

Das stimmt für mich nur eingeschränkt. Liebe und Hass sind gegensätzliche Pole. Die Frage ist, ob das eine ohne das andere geht. Besteht das Leben immer aus Gegensätzen? Gibt es Licht ohne Dunkelheit? Stärke ohne Schwäche?

Vor kurzem habe ich gelesen, „wer an Gott glaubt muss auch glauben, dass es den Teufel gibt – denn eines ohne dem anderen geht nicht? Wirklich nicht? Das glaube ich nicht.

Kann es gut ohne böse geben? Was meinst du? Kann Liebe ohne Hass existieren?

die Verwandlung

Zurück zu: ich liebe und ich hasse. Also ich denke mir schon hin und wieder „ich hasse das kalte Winterwetter“ – meine es aber eigentlich

gar nicht so dramatisch. Vermutlich, ist mein „ich hasse“ bei anderen ein abgeschwächtes „mag ich nicht so gerne…“ weil ich meine Gefühle für mich intensiver in Worten ausdrücken muss. Ein „ich mag nicht" ist zu schwach für mein Gefühl. Die stärke des Gefühls und der Worte hab für mich auch noch eine andere Bedeutung. Ein Beispiel: bis vor kurzem habe ich 3 Mal pro Woche morgens um 7:00 Yogas unterrichtet und musste dafür um 5:30 aufstehen. Ich habe mir sehr oft gedacht: "ich hasse es früh aufzustehen." Der Gedanke hat sich nicht auf die Yogastunde bezogen, sondern auf das frühe Aufstehen. Als mir das bewusst geworden ist, dachte ich mir: Ok, du hast drei Möglichkeiten: "Love it – change it – or leave it." Es ist mir nicht gelungen das frühe Aufstehen lieben zu lernen. Wir konnten die Stunde auch nicht ein wenig nach hinten verschieben, da es in einem Unternehmen vor der Arbeitszeit war, also blieb nur: Leave it - also: lass es sein. Ich habe die Stunden aufgegeben. So schwer es mir gefallen ist, so glücklich bin ich jetzt mit dieser Entscheidung. Ich liebe es in der Früh nicht aufstehen zu müssen!

Somit sehe ich es für mich als einen ganz wichtigen Hinweis, wenn ich in Gedanken etwas hasse. Es ist immer der Auftrag an mich:

ändere etwas oder akzeptiere es. Ich brauche diese starken Worte. Hinsichtlich des kalten & nassen Winters: ich könnte in wärmere Gegenden ziehen, möchte aber meine Familie nicht verlasse. Das Wetter kann ich nicht ändern und die globale Erwärmung abzuwarten wird hoffentlich zu lange dauern. Also bleibt nur eines: lernen es zu lieben. Ich habe mich hier für diese Variante entschieden und finde es mittlerweile wunderbar wenn es kalt und nass ist. Denn dann arbeite ich fokussierter, weil ich keine Lust habe das Haus zu verlassen. Somit verwandle ich immer ein gedankliches „ich hasse“ in „ich liebe“…

 

Im Rahmen dieser Diskussion über Worte meinten einige auch, dass sie die Worte „ich liebe“ nur sehr wenig verwenden, weil es sie so wertvoll sind. Ich kann das verstehen und doch war mein erster Gedanke: „das ist ja schade“, vermutlich weil diese Worte bei mir so schöne Gefühle verursachen: Freude und Dankbarkeit. Für mich können diese Worte, wenn man sie fühlt nicht inflationär werden. Denn, wenn ich mit jedem „ich liebe“ gleichzeitig ein unglaubliches Glücks- und Dankbarkeitsgefühl spüre, macht es mein Leben um so

viel reicher und schöner.

Deine Meinung

Wie siehst du diese Worte: Liebe und Hass?

Verwendest du sie in deinen Gedanken?

Welche Gefühle verursachen sie bei dir?

Kannst du eine Liste mit 10 Dingen / Personen / Situationen erstellen die du aufrichtig liebst?

 

Ich liebe den Gedankenaustausch, da wir Menschen so wunderbar verschieden sind. Ich lerne selbst jedes Mal viel von den anderen und

möchte mich hier noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die ihre Meinung, Erfahrung und Ansichten mit mir teilen.

Wenn auch du Interesse an Gedankenaustausch hast und dir mehr Anregungen für den Weg von Drama zu Karma wünschst: komm in meine Facebook Gruppe „Von Drama zu Karma“ oder melde dich für meinen Newsletter auf www.yogicmind.at an.

 

Ich würde mich sehr über deine Meinung zu diesem Thema freuen und hoffe, wir hören uns auch in der nächsten Folge wieder!

 

Bis dahin, alles Liebe & Namastè,

Angelika

Karma Queen in spe