Die Freiheit beginnt mit dem Mut - Tipps wie du mutiger wirst

Würdest du dich im Leben manchmal gerne ein bisschen mehr trauen?
Was würdest du tun wenn du keine Angst hättest?
Glaubst du, dass man Mut trainieren kann?
Im heutigen Blogbeitrag betrachten wir das Konzept "Mut" ein bisschen näher:
Was ist Mut?
Was kannst du tun um mehr davon zu bekommen?
Wie kann dir Yoga dabei helfen?
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Was Bedeutet Mut?

Überlege einmal kurz für dich:

  • Welchen Gedanken hast du zuerst wenn du das Wort "Mut" hörst?
  • Wer ist für dich mutig?
Lasse das Bild einer Person vor deinem inneren Auge erscheinen, die du als mutig empfindest. Vielleicht ist es ein Extremsportler, ein Kämpfer für gesellschaftliche Gerechtigkeit, ein Freund – der gerade einen neuen Weg im Leben einschlägt.  Meist sind es die großen Taten die uns Menschen als mutig erscheinen lassen – aber in Wirklichkeit sind es die kleinen Schritte, die wir jeden Tag in unserem Leben machen, die uns alle mutig sein lassen. 
  • Wann warst du das letzte Mal mutig?

Vielleicht hast du dich im Urlaub ins Meer bei meterhohen Wellen getraut (das find ich persönlich sehr mutig).

Vielleicht hast du eine Rede vor einer großen Gruppe von Menschen gehalten.

Vielleicht hast du dich aber auch einfach nur getraut NEIN zu jemanden zu sagen – trotz der Angst dann nicht mehr geliebt zu werden.

 

Gemäß Brené Brown, einer Schriftstellerin die sich vor allem mit den Themen Verletzlichkeit und Stärke auseinandersetzt, gilt für Mut

Folgendes:

„Mutig zu leben heißt, aus vollem Herzen zu leben.

Bereit zu sein in die Arena des Lebens zu gehen - mit offenem Visier und ohne Maske.

Bereit zu sein hinzufallen, und sich erlauben wieder aufzustehen und es noch einmal zu versuchen.

Bereit zu sein, sich als Mensch wirklich zu zeigen – so wie wir sind.

Mit allem was gut ist. Mit allem was noch nicht so gut ist.

Aber auch mit unseren Talenten und Stärken“

 

Eine wunderschöne Sicht des Lebens, welche sich auch mit der Yogaphilosophie deckt. Ich habe in einem der vergangenen Blogbeiträgen bereits über Wahrhaftigkeit & Ehrlichkeit gesprochen. 

Wie Yoga deinen Mut erhöht

Mut im Yoga bedeutet nicht, sich zu trauen ohne Hilfe einen Handstand zu machen.

Yoga stärkt deinen Mut, weil es dir hilft, dich selbst zu erkennen. Ohne Maske, ohne Geschichten die du dir selbst und anderen erzählst. Dich selbst anzusehen – roh – so wie du bist. Und dafür braucht es Stille und manchmal ganz schön viel Mut. Es bedeutet ehrlich und ungeschönt deine Gedanken- und Verhaltensmuster, deine Vorurteile und Erwartungen anzusehen.

Du erhältst dadurch vielleicht ein neues Bild von dir selbst. Und wenn du dabei ganz ehrlich bist – neue Erkenntnisse und die Lust

auf Veränderung.

 

Mut ist die Fähigkeit eine Sache zu beginnen, auch wenn wir nicht wissen wie sie ausgeht. Mut heisst, dem was ist in die Augen sehen und es annehmen. Mutig zu sein, heißt nicht – keine Angst zu haben. Sondern es bedeutet Angst zu haben und trotzdem etwas zu tun. Denn Angst ist ein Überlebensmechanismus. Menschen die vor nichts Angst haben gehen auch unnötige Risiken ein, die sie vielleicht das Leben, das Umfeld oder die finanzielle Existenz kosten.

Oft fürchten wir die Veränderung – denn so schlimm ist es ja gerade gar nicht. Das Elend das wir kennen ist meistens weniger erschreckend als die ungewisse Zukunft.

 

Manchmal ist es, als wäre man zu Eis erstarrt. Gefühle, Träume und Wünsche sind im Alltag eingefroren. Aber Eis besteht immer noch aus

Wasser – und Wasser fließt. Das heißt, wenn du den Mut hast, das Eis aufzutauen und das Leben fliessen zu lassen, wird dein Leben an Farbe gewinnen.Und da wir Menschen ja zu knapp 70% aus Wasser bestehen, ist hier viel Potenzial zum Schmelzen…

Strategie für mehr Mut

Wie kannst du denn jetzt mutiger werden?

Zunächst einmal hilft es, sich der eigenen Ängste bewusst zu werden. Frage dich: „Wovor habe ich Angst?“

Das können 1000 Sachen sein: vor kleinen Spinnen, eine Präsentation zu halten oder auch meinen Job zu verlieren, keinen Partner zu

haben, oder in diesem Leben festzustecken.

 

Woher kommt diese Angst? Kommt sie von dir? Von deinen Eltern? Wird sie durch die Medien geschürt?

 

Such dir nun eine Angst aus – ganz egal welche. Und frag dich dann: ist das was ich erwarte bzw. das von dem

ich Angst habe 100%ig wahr? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dass das Schlimme wirklich eintrifft? Kann ich da ganz sicher sein? Was ist das schlimmste das passieren könnte?

 

Wenn du diese Fragen beantwortet hast, akzeptierst du das Schlimmste das passieren kann. Also z.B. den Job zu verlieren.

Dann ist die nächste Frage: Was kann ich tun, dass das nicht passiert? Denn damit kommst du ins Handeln. Menschen die Handeln haben keine Angst – Menschen die handeln sind mutig. Es gibt Studien die besagen, dass in Kriegszeiten weniger Menschen unter Depressionen leiden – sie sind mit dem Überleben einer realen tatsächlichen Gefahr beschäftigt.

 

Ich habe diese Problemlösungsstrategie aus Dale Carnegies Buch „Sorge dich nicht lebe“ selbst für mein Leben übernommen, wenn mir mein Geist Mal wieder Ängste vorgaukelt die keine Berechtigung haben. Als ich z.B. meinen Job gekündigt hatte um mich selbständig zu machen, war mein Geist plötzlich überzeugt ich würde das nie schaffen und hungernd auf der Straße landen. Wenn du schon einmal in deinem Leben Existenzängste hattest, weißt du wovon ich rede.

 

In halbwegs klaren Momenten, wenn die Angst nicht dominiert hat habe ich die vorigen Fragen gestellt. Ist es 100% wahr? NEIN – denn wir wissen nichts mit100%iger Sicherheit. Was ist das schlimmste das passieren kann? Ich bekomme keine Aufträge, kann meine Miete nicht bezahlen – lebe auf der Straße. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich tatsächlich keinen einzigen Auftrag und keinen

anderen Job bekomme und absolut kein Geld mehr habe? 0,00001 % grob geschätzt…. Ok. Das akzeptiere ich.

Was kann ich jetzt tun, damit das nicht passiert – nun ich kann Marketing betreiben, meine Freunde ansprechen ob sie jemanden kennen. Gratis Probestunden geben…. 

Indem ich dieser Struktur gefolgt bin, war ich im Tun und Problemlösungsmodus. Ich hatte keine Angst mehr – denn ich hatte das Gefühl mein Leben selbst in der Hand zu haben.

 

Ich mache diese Übung immer in meinen Seminaren zum Thema Schlaf – denn ich möchte den Menschen zeigen, dass wir immer die Wahl haben: Angst haben oder eine Lösung suchen. Denn Ängste, die uns nicht schlafen lassen sind um 3 Uhr früh noch gewaltiger als tagsüber. Und dann höre ich oft "… ja aber…. Bei meinen Ängsten geht das nicht…. Ich habe ja keine Wahl… " Wir haben immer die Wahl.

Manchmal ist der Preis für die Wahl jedoch sehr hoch und die Veränderung nicht wert. Wenn du zum Beispiel in deinem Leben mit Mann, Kind, Haus, Job und 1000 Verpflichtungen unglücklich bist und dich nach Freiheit sehnst, hast du theoretisch die Wahl alle Zelte  abzubrechen und zu gehen. Du wirst es nicht tun, denn der Preis deine Familie zu verlassen ist zu hoch und du wirst ihn nicht bezahlen wollen – aber die Wahl hast du.

 

Der Preis der Entscheidung einen gutbezahlten Job aufzugeben und die Unsicherheit der Selbständigkeit anzunehmen, weil ich meinen Wünschen folgen wollte war sehr hoch. Für mich hat er sich aber ausgezahlt.

 

Wir treffen Entscheidungen oft nicht, weil wir Angst haben, dass es dann doch nicht so schön ist wie erwartet. Na und? Dann änderst du es

wieder – gehst einen neuen Weg. Wir leben in Österreich leider in einem Land, in dem Scheitern als sehr negativ angesehen wird. Aber wenn du nie scheiterst lernst du für gewöhnlich auch nichts. Oder konntest du als kleines Kind beim ersten Mal gleich gehen? Hast du dir beim zweiten, dritten Mal Hinfallen gedacht – "hmmm, sitzen war einfacher. Ich lass das mit dem Gehen jetzt?"

 

Wenn du mutig etwas Neues anfangen möchtest, such dir Unterstützung und Hilfe! Wenn die Eltern ihr Kind nicht anfeuern und voll

Freude Videos und Fotos vom ersten Schritt machen würden, wäre die Motivation vielleicht auch kleiner. Such dir Cheerleader die an dich glauben, dich unterstützen und dich auffangen wenn du fällst.

 

Feiere auch deine Erfolge! Oft tun wir Dinge mit „naja war ja nicht so schwierig“ „Das kann ja jeder“ ab – weil wir bescheiden klingen

wollen. Meine Schwester hat gerade das Nähen für sich entdeckt und erschafft wunderschöne Hauben und Kleidung für meine kleine Nichte. Sie meinte auch "Na so schwierig ist das ja nicht". Also ich finde schon, denn ich könnte das nicht. Also nimm Lob an wenn du etwas Neues gemacht oder geschafft hast. Und schaffe dir Möglichkeiten auf dich selbst stolz zu sein. Frage dich jeden Tag: was ist mir heute besonders gut gelungen? Worauf bin ich heute besonders stolz. Und wenn es nur die Tatsache ist, dass du deinen inneren Schweinehund überwunden hast und nach der Arbeit einen Spaziergang gemacht hast. Das haben viele andere nicht geschafft.

 

Und das Wichtigste: Hör auf dich zu vergleichen. Was für den einen eine Mutprobe ist, ist für den anderen ein Kinderspiel. Mich kannst du vor 100 Leute stellen und ich erzähle Ihnen eine Geschichte und habe Spaß dabei. Ich bekomme aber Schweißausbrüche wenn ich mit dem Mountainbike einen Berg hinunterfahren soll…..

 

Mach die Dinge in deiner Zeit. Vielleicht ist heute noch nicht die Zeit dafür, mutig die neue Aufgabe anzugehen. Ich denke mir bei manchen Dingen die ich mir heute noch nicht traue: Ist ok – vielleicht morgen. Es muss nicht immer alles sofort sein.

 

Und frag dich auch: Warum möchte ich denn hier mutig sein?

Befriedigt es wirklich eines deiner Bedürfnisse. Erfüllt es einen deiner Herzenswüsche? Ist es deine Sehnsucht das zu können? Oder glaubst du dass es von dir erwartet wird?

Dein Action Plan für mehr Mut

 So kannst du deinen Mut stärken:

  1. Mach dir eine Liste von Dingen die du dich gerne trauen würdest. Ganz egal wie klein oder wie groß. 
  2. Setze sie Punkt für Punkt in deinem Tempo um.
  3. Nimm nur Dinge auf die Liste die dir wichtig sind – du musst niemanden etwas beweisen
  4. Such dir Cheerleader – die dich anfeuern und unterstützen.
  5. Sei jeden Tag stolz auf etwas das du getan oder vielleicht auch nicht getan hast
  6. Hab ein starkes "Warum". Eine Vision wer du sein möchtest.

 

Und wenn du magst unterstütze den Prozess mit Yoga. Genieße die Stille. Schau in dich hinein. Sei ehrlich zu dir selbst. Such dir eine

Sequenz die dich erdet, dir Kraft gibt und dein Herz öffnet: wie z.B. Kriegerpositionen, Rückbeugen, die Kindshaltung.

 

Und das Allerwichtigste: Hab Spaß dabei – lass dein Leben fließen statt zu Eis erstarren.

 

Falls ich dir jetzt Lust darauf gemacht habe mit Yoga mehr Mut zu haben – am 7.10. gibt es dazu einen Workshop im Rahmen der WS Reihe von Drama zu Karma. Nähere Infos dazu findest du hier.

 

Ich wünsche dir viel Spaß beim Abarbeiten deiner Mut-Liste!

Bis zum nächsten Mal!

Alles Liebe & Namastè

Angelika

Karma Queen in spe