Reinheit und Geist - Tipps für deine geistige Gesundheit

In diesem Beitrag betrachten wir die Reinheit des Geistes auf verschiedenen Ebenen:

 

* Warum Stille manchmal schwer auszuhalten ist
* Warum Yoga die Reinheit des Geistes unterstützt
* Warum Medienkonsum krank machen kann und was du dagegen tun solltest

 

Wie gewohnt, gibt es den Beitrag zum Lesen und Hören!

 Wir sind nun beim dritten und letzten Teil der Beitragsreihe "Reinheit" angekommen: der Reinheit des Geistes.

Falls du die letzten beiden Beiträge verpasst hast,  kein Problem, jeder Teil ist unabhängig vom anderen, aber falls es dich

interessiert, kannst du hier nachlesen was Reinheit mit Ordnung und  mit deinem Körper zu tun hat.

 

Die Reinheit des Geistes kann man auf verschiedenen Ebenen betrachten:  

Reinheit durch Stille & Meditation

Der offensichtlichste im Zusammenhang mit Yoga wäre die Reinheit durch Stille und Meditation. Stille ist ein interessantes Konzept, dass viele Menschen nur ganz schwer aushalten können.

Wie sieht es bei dir aus? Wann ist es bei dir still? Äußerlich und innerlich? Schaltest du wenn du nach Hause kommst sofort Radio oder Fernsehen an um das Gefühl zu haben nicht alleine zu sein? Hast du ständig Musik mit wenn du unterwegs bist? Wie würdest du dich fühlen, wenn du ein Wochenende keinerlei Ablenkung für deinen Geist hättest: keine Bücher, keine Musik, kein Fernsehen, keine Gespräche? Klingt das himmlisch oder furchterregend?

 

Ich habe früher die äußerliche Stille sehr geschätzt weil ich dann Zeit hatte nachzudenken und zu planen. Die innerliche Stille zu finden

war schwierig und hat mir auch Angst gemacht. Ich erinnere mich, als wir im Rahmen der Yogalehererausbildung mit einem  buddhistischen Mönch meditieren lernen sollten und ich mich gefreut habe, weil ich dann 2 Stunden Zeit gehabt hatte mein zukünftiges Business zu planen. Aufgabe klassisch verfehlt...

 

Ich glaube es braucht manchmal Zeit, sich mit Stille auszusöhnen und anzunehmen was aus der Stille auftaucht. Ich erinnere mich,

dass der Mönch damals sagte: Sagt in die Stille hinein „es ist ok – lass es mich fühlen“ – und ich hab mir damals nur gedacht – "Um himmels willen nein – ich will nicht alles fühlen".  Das ist vermutlich auch der Grund warum viele von uns Stille nicht aushalten, denn dann gibt es keine Ablenkung mehr von den Gefühlen und Gedanken, die wir sonst verdrängen.

 

Reinigung des Geistes durch Meditation ist sehr gesund, denn wir lernen dadurch, nicht an Gedanken festzuhalten und dass wir nicht unsere Gedanken sind. Sie ziehen vorbei wie Wolken - wenn sie lassen. Ich habe ein Zitat von Eckhart Tolle auf meinem Desktop das

lautet:

Viel Leid und viel Unglück entstehen,

wenn Du jeden Gedanken,

der dir durch den Kopf geht,

für die Wahrheit hältst.

 

Und somit frage ich mich bei quälenden Gedanken und Vorstellungen oft: ist das wirklich 100% wahr? Wer sagt das? Und meistens habe

ich da keine 100%ige Antwort darauf – und lasse den Gedanken ziehen.

 

Reinigung des Geistes geschieht auch durch die körperliche Yogapraxis. Denn durch Yoga kommen wir aus dem Kopf - aus dem Denken in den Körper – ins Fühlen und können einmal die Leere der Gedanken bewußt wahr nehmen. Vermutlich nicht beim ersten Mal und auch nicht immer, aber immer öfter, wenn du dabei bleibst.


Gesundes Futter für deinen Geist

Nicht nur die Stille ist wichtig für die Reinheit des Geistes, denn sonst müssten wir jetzt alle in eine Höhle am Berg ziehen um das

durchhalten zu können. Sondern der bewusste Umgang mit alldem was ich meinem Geist zuführe: an Medien, wie Fernsehen, Radio, Bücher, Zeitungen und an auch Gesprächen mit anderen. Unser Gehirn weiß nicht was wahr ist, was ausgedacht, erwartet oder nur befürchtet ist. Es hält unsere Gedanken für wahr und reagiert dementsprechend mit einer Stress- oder Entspannungsreaktion.

 


Beobachte Mal, was du deinem Gehirn so zufügst jeden Tag. Sind es gut Nachrichten? Sind es Informationen über Krieg, Gewalt und Gefahr? Sind es Liebesromane oder Psychothriller?

Ich habe Mal ein Experiment gemacht – ich hab meinem Gehirn ein Monat lang nur schöne Sachen zugeführt: also Rosa Bücher –Mädchenliteratur -  wo es ausschließlich um Liebe und Freude ging. Auch im Fernsehen keine Nachrichten (ich konnte nämlich

leider keinen Sender finden wo es nur gute Nachrichten spielt), keine Krimis, Thriller oder sonstiges. Nach einem Monat habe dann den zweiten Teil des Experiments gewagt und mir einen Tag lang nur die schlimmsten Sachen angeschaut – Krieg und Terror, Thriller, Mord und Totschlag. Was denkst du ist passiert? Ich hatte die folgenden Nächte unheimliche Albträume. Mein Gehirn war hoffnungslos überfordert weil es die tägliche dosis zur Abstumpfung nicht mehr bekommen hat. Bedeutet das jetzt, dass wir alle nur mehr Rosamund Pilcher schauen und uns den Nachrichten verschließen sollen? Auf keinen Fall – aber ein reflektierter Umgang mit Medien ist sehr zu empfehlen. 

 

Ängstliche Menschen lassen sich leichter führen als glückliche – somit ist es klar, was Nachrichten dominieren wird. Und das ist

schon lange bekannt: Der Heeresführer Sunzi sagte: „Töte einen – ängstige 1000." Und nichts anderes macht die Berichterstattung mit uns. Ich habe vor kurzem einen Artikel gelesen mit dem Titel „Terror ist gut fürs Geschäft“. Eine Aussage davon war, dass Medien, indem sie unsere Aufmerksamkeit auf dramatische Ereignisse leiten, uns die Illusion geben, wir bekämen dadurch Informationen die für unsere Sicherheit wichtig sind. Verstärkt es tatsächlich deine Sicherheit, wenn du weißt was alles in der Welt passiert? Glaubst du, dass du dann Maßnahmen ergreifen kannst die dich schützen?

 

Gemäß diesem Artikel belasten negative Berichte der Medien unsere Gesundheit, weil wir uns hineinziehen lassen. Ich erinnere mich an ein Gespräch dass ich vor langer Zeit mit einer Freundin geführt habe. Es war eine Katastrophe in Österreich bei der viele Menschen gestorben sind. Sie war höchst betroffen und sehr empört dass es mich nicht berührt hat, denn ich kannte niemand dieser Menschen und es war ein einmaliges Unglück. Wie könnte ich so kalt sein, war ihre Frage damals. Und ich habe mir nur gedacht: wenn ich jeden Menschen betrauern würde, der auf der Welt aufgrund eines Unglücks stirbt,käme ich nicht mehr zum Leben. Was macht den Unterschied ob diese Menschen in meinem Land aufgrund eines Unglücks gestorben sind oder in einem fernen Land in einem Krieg? Nicht falsch verstehen – ich finde es unheimlich traurig wenn Unglücke, Kriege, Gewalttaten passieren – aber ist es nicht so, dass sie so lange sie weit weg passieren nicht so schlimm sind für uns? Nicht so real? Nicht so dramatisch? Belügen wir uns damit nicht ein wenig selbst?

Medien und Stress

In einer Studie hat man nachgewiesen, dass Menschen die Berichterstattungen über Terrorangriffe in einem anderen Land sahen,

ängstlicher im eigenen täglichen Leben waren – obwohl sich für sie nichts geändert hat. Frauen dabei noch mehr als Männer. Und eine Studie aus Dänemark zeigt, dass nach den Angriffen des 11. Septembers in den USA 1/6 mehr stressbedingte Leiden verzeichnet wurden als zuvor. Dieser Effekt hat sich erst nach einem Jahr wieder gelegt.

 

Eine Erklärung dafür ist folgende: Menschen die in realer Gefahr sind, spüren die Effekte einer Stress-Situation. Diese enden aber,

wenn die Gefahr vorbei ist, so wie es die Natur für uns vorgesehen hat. Wenn wir eine Gefahr aber nur über Medien aufnehmen, weiss unser Gehirn nicht wann die Gefahr vorbei ist und die Stress-Reaktion dauert länger an.

Kraft der Worte

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einen interessanten Artikel aus "Psychologie Heute" erwähnen, indem es um die Sprache der Populisten geht. Es geht dabei um sogenannte „Frames“ – Deutungsrahmen die wir nützen um Informationen zu filtern und zu verstehen .

Wir alle haben diese Frames, viele anerzogen, viele durch Erfahrungen enttstanden. Wann immer wir etwas hören oder lesen, werden diese Frames aktiviert und beeinflussen unsere Reaktion und unser Verhalten.

 

Ein Beispiel: Wenn du das Wort Tsunami hörst, was erscheint vor deinem inneren Auge? Welches Gefühl entsteht? Vermutlich siehst du eine tödliche Welle, aus der es kein Entrinnen gibt oder etwas ähnliches. Nun stand in vielen Zeitungen das Wort Flüchtlings-Tsunami….

– welchen Frame aktiviert das? Das gleiche gilt im deutschsprachigen Bereich für Wörter die auf -ing enden. Das ist meistens negativ und ungut behaftet oder machen klein: Fiesling, Eindringling,… Nun vergleiche Mal die Wörter: Flüchtling und Flüchtender – macht es einen Unterschied? Vergleiche die Wörter Steuerlast und Steuerbeitrag.

 

Wir verinnerlichen womit wir uns beschäftigen. In einem Experiment gab man einer Gruppe Artikel zum Thema Altern und Pension zu lesen. Einer anderen Gruppe Artikel zum Thema Jugend, Beweglichkeit. Danach beobachtete man wie lange die Teilnehmer vom Raum zum Aufzug brauchten. Was denkst du? Genau, die erste Gruppe war langsamer.

 

Ich will jetzt nicht dazu aufrufen die Augen zu verschließen! Aber nur fürchten hilft auch nichts. Die Frage ist, was kann ich tatsächlich tun um mein Gefühl der Sicherheit nicht durch Medieberichte falsch beeinflussen zu lassen. Wenn etwas häufig in den Medien ist halten wir es für wahrscheinlicher. Wir haben im Moment z.B. vielleicht mehr Angst in einer Menschenmenge zu feiern als in der Rushhour mit dem Auto zu fahren. Wo ist die Wahrscheinlichkeit dass dir etwas passiert aber größer?

 

Ich möchte dich mit diesem Beitrag dazu anregen Berichte zu hinterfragen:

  • Wer sagt das?
  • Wer gibt diese Nachricht weiter?
  • Was ist der Inhalt ohne dramatische Worte?
  • Ist die Sprache bildhaft oder nüchtern?
  • Ist es 100%ig wahr oder kann es anders ausgelegt werden?

 

 

Wenn wir uns unserer eigenen Haltung gegenüber bestimmten Themen bewußt werden, lassen wir uns von Informationen nicht mehr so leicht beeinflussen.

Zusammenfassung

Reinheit des Geistes – was kannst du dafür tun?

  1. Suche die Stille – Gönne deinem Geist eine Auszeit
  2. Nimm nicht alle Gedanken die du hast für bare Münze – du bist nicht deine Gedanken
  3. Achte darauf, was du deinem Geist zuführst: auch an Überzeugungen und Einstellungen aber vor allem an Medienkonsum
  4. Verschließe nicht die Augen vor dem was auf der Welt passiert – aber betrachte es realistisch, hinterfrage und analysiere – und finde einen Weg der dich Angst- und stressfrei dein Leben führen lässt.

 

Mich würde deine Meinung zum Thema Reinheit des Geistes interessieren – schreib mir doch – ein Kommentar, eine email oder eine Nachricht auf Facebook! Und falls du mehr über Reinheit im Yoga erfahren möchtest: besuche meinen Workshop am 24.3.2018 zum Thema "Neubeginn und Reinigung"

 

Bis zum nächsten Mal!

Alles Liebe & Namaste

Angelika

Karma Queen in spe