Wie Reinheit die Gesundheit deines Körpers beeinflusst

 In diesem Beitrag dreht sich alles um deinen Körper!

 

Du erfährst wie und warum du deinen Körper

1. stark
2. gesund
3. rein halten solltest

 

Lerne Übungen und Rituale kennen, die dir und deiner Gesundheit gut tun!

Wie gewohnt, zum Lesen & Hören!

Dies ist Teil 2 des Blogbeitrages "Shauca" - Reinigung. Falls du den ersten Teil verpasst hast, hier kannst du ihn nachlesen und hören.

Heute beschäftigen wir uns mit dem Thema  Reinheit des Körpers und nächste Woche folgt dann der letzte Teil, in dem wir uns mit der Reinheit unseres Geistes beschäftigen.

 

Reinheit des Körpers bedeutet, ihn stark, gesund und sauber zu halten. Der Grund liegt nicht nur in der offensichtlichen Hygiene, sondern man geht im Yoga davon aus, dass ein kranker Körper zu viel Aufmerksamkeit bindet und uns somit auf dem Weg zur Erleuchtung behindert.

 

Sehen wir uns die einzelnen Bereiche einmal an: 

Den Körper stark halten

Diesen Bereich kannst du in deiner täglichen oder wöchentlichen Yogastunde gut abdecken. Herausfordernde Standpositionen wie Krieger, Läufer oder Sesselhaltung stärken deine Beine. Das Brett oder Chaturanga (= der Yogaliegestütz) kräftigen deine Mitte und deine Arme und das Boot deine Bauchmuskulatur. Selbst wenn du nur täglich ein paar Runden Sonnengrüße machst, stärkt dies deinen Körper schon ungemein. Falls dich dieses Thema noch mehr interessiert – in Folge 14 „Warum Yoga stark macht“ erzähle ich dir mehr dazu.

Den Körper gesund halten

Das ist eine umfassendes Projekt, denn hier gibt es viele Ansatzpunkte. Gehen wir davon aus, dass du als Yogi bereits die Zusammenhänge zwischen Stress, Nervensystem und Gewicht kennst. Falls dies nicht der Fall ist, hör dir die Podcast Folge Nr. 6: "Was Stress mit Bauchfett zu tun hat."  

Stress kann unter anderem Rückenschmerzen, Herzprobleme und Schlafstörungen verursachen. Somit ist ein wichtiger Ansatzpunkt um deinen Körper gesund zu halten, Stress zu reduzieren - am besten mit Atemübungen, Meditation, Entspannungstechniken.

Was entspannt dich denn? Bei mir ist es neben Yoga z.B. ein heißes Bad. Oder ein Spaziergang durch den Wald. Oder auch ein gutes Buch. Mach dir noch heute eine Notfall-Liste der Top 10 Dinge, Handlungen oder Personen die deine innere Drama Queen wieder beruhigen.

 

Übrigens Thema Stress: Es gibt einen wunderbaren Spruch aus dem Buddhismus:

 

Schmerz ist im Leben unvermeidlich – Leid ist hingegen eine Wahl.

 

Wenn du das nächste Mal unter Stress leidest frage dich, ob die Situation wirklich so schlimm ist. Oder ob du sie vielleicht aus einem anderen Blickwinkel betrachten könntest. Ich arbeite sehr häufig mit Personen, die unter Schlafproblemen leiden. Eine ihrer größten Ängste wenn sie in der Nacht wach liegen ist, dass das jetzt immer so sein wird, dass sie nie wieder ausgeschlafen sind. Dass sie keine Energie für den Alltag und die Arbeit haben, .....  der ganze Teufelskreis. Durch diese Sorgen verstärken sie den Druck und auch den Stress. Die Folge: Das Schlafen wird zu einem Problem. Es hilft dann, sich bewusst zu machen, dass wir alle einmal schlecht schlafen und das es wieder vorbei geht. 

 

Um unseren Körper gesund zu halten, ist es auch wichtig darauf zu achten was wir ihm zuführen: unsere Ernährung. Wer mich kennt, weiß

dass ich bei mir selbst Ernährung sehr großzügig sehe und keineswegs immer gesund esse. Aber wenn ich merke, dass mein Körper verstärkt Fett und Zucker in Form von Schokolade oder Kohlehydraten verlangt, schau ich einmal genauer hin. Denn meistens ist es eine Stressreaktion – die ganz natürlich ist. Bei Stress verlangt unser Körper Fett und Zucker. Und manchmal ist es auch die Seele die

„Comfort Food“  haben möchte. Da verwöhnt man sich selbst ein bisschen mit schlechtem Essen. Wenn du also öfter das Gefühl hast, dich mit Essen belohnen oder trösten zu müssen – schau einmal genau hin. Was fehlt dir gerade? Wie könntest du es sonst kompensieren? Da ich keine Ernährungsberaterin bin, gebe ich hier keine Tipps hinsichtlich guter und schlechter Ernährung. Meine Richtlinie: wenn möglich frisch und selbst gekocht, keine Konservierungsmittel und keine oder nur eine ganz kurze Zutatenliste auf der Verpackung.

Wie sieht es bei dir aus? Was bedeutet für dich gesunde Ernährung? Wann brauchst du Comfort Food?

 

Zur Ernährung gehört auch das Thema Alkohol. Ich mag z.B. gerne ein gutes Glas Weißwein – zum Genuss. Ich habe aber vor einiger Zeit gemerkt, dass es leicht zur Gewohnheit wird. Wenn man in der Runde fortgeht, ist es üblich Alkohol zu trinken. Somit habe ich mir  gedacht, ich trinke für 3 Monate keinen Alkohol – um Muster zu durchbrechen. Am Anfang war das sehr ungewohnt, es gibt nämlich gar nicht so viele gute antialkoholische Getränke in den Lokalen – v.a. weil ich allzu süße Getränke wie Cola nicht mag. Aber das war gar nicht die größte Herausforderung. Interessant war die Reaktion der anderen. Das ungläubige „echt du trinkst Wasser – bist du krank oder schwanger?" Selbst auf meine Versicherung dass alles bestens sei und ich einfach meinem Körper eine kleine Alkoholpause gönnen wollte, dann die Aussage „na ein kleines Bier schadet ja nichts". Als dann an einem Abend mein Sitznachbar mitfühlend zu mir geschaut und gemeint hat „Du tust mir so leid mit deinem Wasser“ – hab ich mir nur gedacht… „Ernsthaft?“. Seitdem treffe ich mich gerne mit jungen Müttern – da ist Alkohol kein Thema...

Wie geht es dir wenn du fortgehst? Bestellst du automatisch Alkohol?

Den Körper sauber halten

Den Körper sauber zu halten ist für die meisten von uns kein Thema. In Hawaii gibt es hierzu ein wundervolles Ritual:

Am Abend geht man ins Meer, lässt das Wasser über sich laufen und sagt:

 

„Alles was nicht mehr zu mir gehört,

und alles was nicht zu meinem Wachstum beiträgt,

fällt von mir ab.

Ich neutralisiere es, damit es niemanden sonst beeinflusst“.

 

Nun hab ich in Wien leider kein Meer – aber das Ritual funktioniert auch unter der Dusche und gehört mittlerweile zu meinem Leben wie Zähneputzen. Vielleicht probierst du es auch einmal aus!

Reinigungstechniken im Hatha Yoga

Im Hatha Yoa gibt es eine Menge an Reinigungstechniken, die Kriya oder auch Kriya Yoga genannt werden und teils ein wenig gewöhnungsbedürftig sind. Sie werden in 6 Gruppen unterteilt:

 

1. Dhauti:

Dies bezieht sich auf Reinigungsübungen, die sich auf den Mund und den oberen Teil des Verdauungssystem konzentrieren. Eine

Möglichkeit für die Reinigung des Mundes ist Ölziehen. Hast du davon schon einmal gehört? 

 


Ayurvedischen Schriften zufolge fördert das Ölziehen die Gesundheit und die innere Balance. Man verwendet dazu hochwertige Öle, z.B. Leinöl, Sesamöl, Olivenöl. Es soll helfen bei: Parodontose, Mundgeruch, Übersäuerung, Entgiftung und auch das Immunsystem stärken.

Ölziehen sollte man gleich nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen. Folgt man der ayurvedischen Überlieferung, sollen auf diese Weise Bakterien und Krankheitserreger aus dem Körper gezogen werden. 15 bis 20 Minuten bleibt das Öl im Mund und wird zwischen den Zähnen hin- und hergezogen, Danach spuckt man es mitsamt den enthaltenen Giftstoffen aus. Anschließend den Mund mit lauwarmem Wasser ausspülen und die Zähne wie gewöhnlich gründlich putzen.

Ich muss ganz ehrlich sein, ich hab das einmal ausprobiert und keine 5 Minuten durchgehalten…. Wenn du Ölziehen praktizierst freue ich mich sehr über Erfahrungsberichte!

Eine alte Hatha Tradition zur Reinigung des Magenbereiches ist Kunjal Kriya – das Trinken und Erbrechen von Salzwasser – Sie sollten nur mit entsprechender Vor- und Nachbereitung im Rahmen einer Yogatherapie- oder Ayurvedakur mit erfahrener Anleitung praktiziert werden.

 

2. Basti:

Hier wird der untere Abschnitt des Verdauungssystems bzw. der Ausscheidungstrakt gereinigt; es entspricht dem Einlauf, wie du es vielleicht von einer Fastenkur kennst.

 

3. Neti:

Dabei handelt es sich um eine Nasenspülung mit Salzwasser. Dafür gibt ein kleines Kännchen, welches man mit einem halben Liter lauwarmen Wasser füllt und ½ Teelöffel Salz dazu gibt. Nun hältst du den Kopf schief und gießt das Wasser durch das obere Nasenloch hinein und lässt es durch das untere wieder hinausfließen. Wenn das Kännchen leer ist, noch einmal anfüllen und auf die andere Seite wiederholen. Neti stärkt das Immunsystem und befeuchtet die Nasenschleimhäute.

 

4. Tratak

Dies dient der Reinigung der Augen und der Tränendrüse und verstärkt die Konzentration. Dafür stellst du eine brennende Kerze ca. 1m vor dir auf. Nun versuchst du so lange wie möglich in die Kerze zu schauen ohne zu blinzeln bis die Augen tränen. Wenn es nicht mehr geht, die Augen schließen und das innere Bild der Kerze betrachten.

 

5. Nauli

Dies ist eine Übung, bei der die Bauchmuskulatur wechselweise angespannt wird, sodass der Eindruck einer kreisenden Bewegung entsteht. Wörtlich übersetzt bedeutet Nauli schleudern. Durch die Bewegung der Bauchmuskulatur wird die Peristaltik des Darmes  angeregt und so der Verdauungs- und Ausscheidungsvorgang beschleunigt. Da man Nauli nicht so gut nur mit Worten erklären kann… wenn es dich interessiert schau dir dazu ein Video auf Youtube an.

 

6. Kapalabhati

Den Feueratem kennst du vielleicht aus deiner Yogastunde. Diese Atemtechnik wirkt sehr aktivierend und erhitzend. Wörtlich übersetzt heißt es „Schädelleuchten“. Dafür kommst du in eine aufrechte Sitzhaltung und beginnst mit ein paar tiefen Atemzügen in den Bauch. Jetzt ziehst du bei jedem Ausatmen die Bauchdecke mit Kraft ein. Fokus bei dieser Atemtechnik liegt auf der Ausatmung, das Einatmen lasse einfach geschehen. Versuche die Konzentration auf den Bauch zu legen und den Brustkorb unbewegt zu lassen. Mache zunächst ca. 18 Atemzüge und verweile dann kurz um in deinen Körper zu fühlen. Wiederhole dies für 2 Durchgänge. Mit der Zeit versuche die Anzahl der Atemzüge zu steigern. Nutzen: Aktiviert und belebt. Hilft bei chronischen Erkältungen und Spannungskopfschmerzen. Vorsicht bei hohem Blutdruck, Entzündungen im Bauchraum, Schwangerschaft.

Zusammenfassung

Im Sinne von Yoga praktizierst du Shauca – also Reinheit für deinen Körper - wenn du ihn

  •  stark hältst – am Besten durch deine Yoga-Asanapraxis
  • gesund hältst. Indem du entspannst – durch Atemübungen, Meditation oder was immer dir gut tut und ihm Gutes zuführst – also deine Ernährung beobachtest und hinterfragst. Welches Bedürfnis, welche Leere du vielleicht gerade füllst.
  • reinigst durch eines der vielen Yoga Rituale

Falls du jetzt mehr über Reinheit im Yoga erfahren möchtest: besuche meinen Workshop am 24.3.2018 zum Thema "Neubeginn und Reinigung".

 

Alles Liebe & Namaste

Angelika

Karma Queen in spe