Warum Zufriedenheit wichtiger ist als Glück

 

Im heutigen Blogbeitrag dreht sich alles um Zufriedenheit und Glück - und was uns eigentlich davon abhält. Wann Vergleiche hilfreich sind und wann nicht und warum du dich beim Posten auf Facebook fragen solltest: "was hat der andere davon"?

 

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Zufrieden = "im Frieden mit mir selbst"

 Woran denkst du, wenn du das Wort "zufrieden" hörst? Löst es bei dir positive Gefühle aus? Oder das Gefühl:" das reicht nicht - da geht noch mehr?"

Als ich einmal in einer Runde gesagt habe: "ich bin lieber zufrieden als glücklich" gab es empörte Gegenstimmen.

„Sich mit etwas zufrieden geben, heißt aufgeben“ war die eine Meinung. „Glücklich sein ist doch das höchste Ziel“ war eine andere.

Was ich eigentlich mit meiner Aussage mitteilen wollte war, dass ich natürlich glücklich sein will – das wollen wir ja schließlich alle. Aber in meiner Vorstellung kann ein Mensch nicht dauerhaft und immer glücklich sein. Aber wir können dauerhaft zufrieden sein.

 

Wenn wir durch schwierige Phasen im Leben gehen, können wir trotzdem im Großen und Ganzen eine innere Zufriedenheit spüren.

Zufrieden sein bedeutet: „im Frieden mit mir selbst sein.“ – unabhängig von dem was im Außen passiert.

 

In meiner Jugendzeit habe ich sehr zum Drama geneigt. Ich war viele Jahre mit mir selbst und meinem Leben im Krieg – und deshalb

erscheint mir heute das „mit mir im Frieden sein“ als höchstes Ziel. Es ist so entspannt und angenehm. Und hin und wieder gibt es in diesem Frieden Glücksmomente: größere und kleinere, solche die länger dauern und solche die nur ganz kurz sind und die genieße ich alle aus ganzem Herzen.

 

Das Leben kann für mich persönlich also nicht nur aus Glück bestehen aber sehr wohl aus zufriedenheit – wie siehst du das?

 

Im Yoga ist Samtosha eine der 10 Lebensregeln und es bedeutet übersetzt soviel wie „ich bin zufrieden“. Diese Regel zu verfolgen soll uns

bestärken Frieden im Herzen zu finden, egal was das Schicksal für uns bereit hält. Es geht darum, zu schätzen was wir haben und nicht immer nur nach dem zu schaue was wir noch wollen und was uns noch fehlt.

Was schätzt du an deinem Leben?

 

Wir halten vieles für so selbstverständlich, dass wir es oft gar nicht mehr wahrnehmen. Was ich gerade jetzt im Winter besonders schätze ist eine warme Wohnung und ein Bett, denn ich sehe sehr oft obdachlose Menschen und kann mir gar nicht vorstellen wie schwer es sein muss ohne diese - für mich selbstverständlichen - Dinge auszukommen. 

Das Glück liegt in deiner Hand

Zufriedenheit bedeutet auch zu erkennen, dass das Glück in unseren eigenen Händen liegt. Es wird nämlich stark davon bestimmt ob wir uns selbst annehmen und wertschätzen. Ich mache gerade einen gratis online Kurs von Louise Hay mit. In diesem Kurs bekommst du täglich eine Affirmation um deine Selbstliebe zu stärken. Die ersten beiden Affirmationen lauteten: „Ich bin offen und aufnahmebereit für alles Gute". "Ich verdiene es.“ Klingt das nicht schön?

 

Bist du offen für alles Gute? Oder neigst du dazu nur das zu sehen was dir fehlt? Schielst du neidvoll zu den anderen weil die so viel mehr haben als du?

Warum Vergleiche der Zufriedenheit im Weg stehen

Hier sind wir auch schon bei einem großen Zufriedenheits-Verhinderer: dem Vergleich.

Ein Zitat von Theodore Roosevelt lautet: „Vergleiche stehlen Freunde“. Stimmst du da zu?

 

Vergleiche sind grundsätzlich nicht immer schlecht. Wenn du zum Beispiel Sportler bist und de Vergleich als Motivationsquelle nimmst um deine Leistung zu steigern, kann es dich durchaus weiter voranbringen dich mit besseren Athleten zu vergleichen. Wenn du dir erfolgreiche Geschäftsleute ansiehst, kannst du lernen was alle möglich ist.

 

Aber leider neigen wir dazu uns mit unrealistischen Vorbildern zu vergleichen. Wenn ich Schauspielerinnen sehe, die mit Mitte 50 einen Körper haben, wie ich ihn nicht einmal mit 20 hatte, kann das durchaus dazu führen, dass ich mich ungenügend fühle. Wenn man in den Medien ständig mit Perfektion und Schönheit konfrontiert ist, vergisst man leicht, dass das eigentlich nicht der Norm entspricht. Und wenn du durch Facebook scrollst, hast du schnell das Gefühl, dass dein Leben viel langweiliger ist als das der anderen. Aber wenn wir dann genau darüber nachdenken, wissen wir dass das nicht stimmt...

 

Oder postest du Fotos von dir wenn du traurig bist? Wenn du eine Jobabsage bekommen hast. Wenn du Liebeskummer hast. Nein. Und das machen die anderen auch nicht. Ich poste sehr wenig Privates auf Facebook, weil ich das Gefühl habe "so spannend ist das nicht"...

Was hat der andere davon?

Calvin Hollywood, dessen Podcast ich sehr gerne höre, hatte einmal eine Folge zum Thema „Was hat der andere davon“ und das hat mir sehr aus dem Herzen gesprochen. Ich lese gerne Posts von anderen – wenn jemand ein Baby bekommt freue ich mich mit. Wenn jemand begeistert von einem schönen Urlaubsort postet bin ich vielleicht inspiriert auch dorthin zu fahren. Aber bei vielen Posts frage ich mich: Was haben die anderen davon? Will die Person, die das postet, sich selbst und anderen beweisen was für ein tolles Leben sie hat oder freut sie sich einfach so dass sie es unbedingt teilen muss? Was ja ok ist.

 

Wie sieht es bei dir aus? Wenn du in Sozialen Medien aktiv bist: Was postest du? Warum? Was gefällt dir und wobei fühlst du dich vielleicht schlecht?

 

Ein schöner Spruch besagt: „Möge dein Leben so schön sein wie du es auf Facebook darstellst“ und das

wünsche ich ganz ehrlich ohne Zynismus tatsächlich jedem. 

 

In einer Studie habe ich vor kurzem gelesen, dass junge Menschen eher Neid verspüren als ältere. Vermutlich, weil wir mit den Jahren

erkennen, dass viele Dinge einen hohen Preis haben, den zu zahle es oft nicht wert ist.

Wann Vergleiche hilfreich sind

Wenn wir uns schon unbedingt vergleichen müssen, warum nicht in dankbarer Hinsicht: wie gut es uns im Vergleich zu anderen geht. Wenn ich Nachrichten und Dokumentationen schaue, denke ich mir oft, was für ein Glück ich hatte, in der heutigen Zeit als Frau in einem Land wie Österreich geboren worden zu sein, wo ich alle Rechte und alle Chancen habe. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit auf dieser Welt. Was für ein Glück ich habe, gesund zu sein, eine liebevolle Familie und einen sehr netten Freundeskreis zu haben.

 

Wo hattest du Glück in der Lebenslotterie? Es war Glück und Zufall wo du geboren bist. Mach es dir immer wieder bewusst und schätze es.

  

Sich mit Menschen zu vergleichen denen es schlechter geht, kann vor allem in Krisenzeiten helfen, eine neue Perspektive auf das eigene

Leben bekommen. Wenn wir in Trauer, Leid und Schmerz feststecken fällt es oft schwer das Positive zu sehen. Indem wir jedoch Dankbarkeit kultivieren, für das was wir trotz allem Schmerz haben, gelingt es schneller einen neuen Weg einzuschlagen. Man kann nicht gleichzeitig deprimiert und dankbar sein – probier´s Mal aus.

 

Grundsätzlich wissen wir Menschen übrigens immer, was uns glücklich und zufrieden machen würde. Aber nur wenige bemühen sich darum. Forscher nennen das „Glücksparadoxon“. Wir wissen, dass wir Erfüllung finden, indem wir uns herausfordern, in dem wir uns Mühe geben und uns anstrengen wie z.B. Sport oder wenn wir künstlerisch tätig sind. Und trotzdem faulenzen wir in der Freizeit gerne. Tun lieber nichts. Warum ist das so? Weil der Anfang so schwer ist. In Bewegung zu kommen kostet oft so viel Kraft, dass es die Anstrengung nicht wert erscheint.

Schritte zur inneren Zufriedenheit

Was lernen wir daraus? Auch wenn der erste Schritt schwer fällt, mach ihn! Komm in Bewegung! Finde etwas, das dich erfüllt, das

dir Glücksgefühle und eine innere Zufriedenheit gibt. Denn nur wenn du die Zufriedenheit im Inneren gefunden hast, dann bewältigst du alles was das Leben für dich bereit hält leichter.

 

Zum Abschluss eine kleine Weisheitsgeschichte von Anthony de Mello:

„Der alte Mann hatte den größten Teil seines Lebens auf einer Insel verbracht, die als eine der schönsten der Welt galt. Nun war er  zurückgekommen, um nach seiner Pensionierung in der Großstadt zu leben. Jemand sagte zu ihm: „Es muss herrlich gewesen sein, so viele Jahre auf einer Insel zu leben, die als eine der schönsten der Welt gilt.“ Der alte Mann dachte ein wenig nach und meinte dann:

„um ehrlich zu sein, wenn ich gewusst hätte, dass sie so berühmt ist, hätte ich sie mir näher angesehen“. 

 

Wie gut hast du dir deine Insel - dein Leben - eigentlich schon angesehen? Kennst du jede Ecke und jedes Geheimnis? Ist dir bewusst, dass dein Leben für andere vielleicht als ein Traumziel angesehen werden könnte?

 

Mach dich auf den Weg, schau es dir an und genieße es. Staune, lache und freu dich über dein Glück heute, hier am Leben zu sein.

 

Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

 

Alles Liebe, Namasté

Angelika